Manche Hochzeiten beginnen für mich lange vor dem eigentlichen Tag. Die von Stefanie und Manuel war so eine. Bevor wir über Verträge oder Abläufe gesprochen haben, saßen wir gemeinsam in einem Café und haben in aller Ruhe gefrühstückt, einfach um zu schauen, ob die Chemie stimmt. Sie stimmte auf Anhieb. Zwei Wochen vor der Hochzeit haben mir die beiden dann ihre Location gezeigt, ein privates Grundstück im Grünen mit weitem Blick über das Wasser. Wir sind gemeinsam über das Gelände gelaufen, haben den Ablauf durchgesprochen und ich habe mir gemerkt, wo am Abend die Sonne stehen würde. Als der 20. Juni 2026 kam, war ich über neun Stunden dabei und durfte den ganzen Tag begleiten, von den ruhigen Vorbereitungen bis tief in die Feier hinein.
Warum das Kennenlernen vorher so wichtig ist
Vertrauen entsteht nicht am Hochzeitstag, sondern lange davor. Genau deshalb lege ich Wert auf ein Kennenlernen ohne Kamera. Bei Stefanie und Manuel war es dieses entspannte Frühstück, aus dem schnell ein Gespräch unter Menschen wurde, die sich sympathisch sind. Wer sich vorher schon kennt, verkrampft vor der Linse nicht und vergisst irgendwann, dass überhaupt jemand mit einer Kamera im Raum ist. Der zweite Termin an der Location kam noch dazu. Ich wusste dadurch am Hochzeitstag genau, wo die Trauung stattfindet, wohin sich die Gäste bewegen und an welcher Ecke das Abendlicht am schönsten wird. Am Tag selbst bin ich so kein Fremder mehr, sondern ein vertrautes Gesicht, das im Hintergrund seine Arbeit macht.
Die freie Trauung
Getraut wurde im Freien, auf dem eigenen Grundstück, unter einem Bogen aus weißem Stoff und Blumen. Durch die Zeremonie führte die Traurednerin Anna-Lena Stoll, ruhig und persönlich, mit Worten, die spürbar auf Stefanie und Manuel zugeschnitten waren. Es ist diese Art von freier Trauung, bei der kein Formular abgearbeitet, sondern die Geschichte zweier Menschen erzählt wird. Man merkte den beiden an, wie sehr sie diesen Moment aufsogen. Als sie sich das Ja-Wort gaben, wischte sich Stefanie eine Träne aus dem Auge, während Manuel einfach ihre Hand hielt. Solche Augenblicke fotografiere ich aus der Distanz mit langer Brennweite, damit ich niemandem im Weg stehe und der Moment echt bleibt, statt für die Kamera zu passieren.
Bänder, Sekt und ein Saxophon
Nach dem ersten Kuss zogen Stefanie und Manuel durch ein Spalier aus weißen Bändern, die ihre Gäste in die Höhe hielten, begleitet von Jubel und Gelächter. Beim anschließenden Empfang spielte Klaus Grüninger live Saxophon, und die warmen Töne legten sich über das Grundstück wie ein weiches Tuch. Über allem lag diese leichte, gelöste Stimmung, die sich einstellt, wenn das Wichtigste geschafft ist und der Rest des Tages einfach nur noch schön werden darf. Die Gäste umarmten das Paar, es wurde angestoßen, gelacht und in kleinen Gruppen zusammengestanden. Für mich ist genau das die Zeit der Nebengeschichten. Die Blicke, die kurzen Berührungen und die Szenen am Rand, die abends niemand mehr bewusst erzählt und die auf den Bildern trotzdem alle sofort wiedererkennen.
Zu zweit vor der Kamera
Für das Paarshooting habe ich Stefanie und Manuel zweimal aus der Feier geholt, einmal am Nachmittag und ein zweites Mal, als das Licht am frühen Abend golden und tief wurde. Ein guter Zeitpunkt und das richtige Licht sind beim Paarshooting die halbe Miete. Wir sind ein Stück über die Wiese gegangen, hinunter an den Rand des Wassers, das hohe Gras ringsum und die Hügel im Dunst dahinter. Stefanies Schleier wehte im Wind, mal legte sie ihm die Arme um den Hals, mal neigte Manuel sie in einer Bewegung nach hinten und küsste sie. Zwischendurch haben die beiden einfach zu zweit im Feld getanzt, ganz ohne Musik, nur aus Übermut. Solche Bilder brauchen keine Anweisung. Sie brauchen zwei Menschen, die sich sicher fühlen, und jemanden, der im richtigen Moment den Auslöser drückt.
Der Wunsch mit den Herzchen-Brillen
Einen besonderen Wunsch hatten sich Stefanie und Manuel vorab überlegt. Sie wollten ein Foto von jedem einzelnen Gast und von sich selbst, jeweils mit einer weißen Herzchen-Brille, um daraus später ein Video mit schnellen Schnitten zu schneiden. Auf den Gläsern standen ihre Initialen und das Hochzeitsdatum, ein kleines Detail, das den ganzen Trend zu ihrem eigenen machte. Ich habe jedes dieser Bilder zweimal angefertigt. Einmal in voller Auflösung fürs Archiv und einmal direkt auf das Reel-Format zugeschnitten und sauber ausgerichtet, damit den beiden für ihr Video möglichst wenig Arbeit blieb. Kleine Idee, große Wirkung, und ein Andenken, das sich von jeder klassischen Gruppenaufnahme unterscheidet.
Der erste Tanz
Als es dunkel wurde, zog die Feier weiter und der erste Tanz eröffnete den Abend. Für die Tanzfläche habe ich bewusst mit Blitz gearbeitet, um die schnelle Bewegung im Dunkeln sauber einzufangen, ohne dass die Bilder verwischen. Stefanie hatte inzwischen in ein kürzeres Kleid gewechselt, in dem sich leichter tanzen ließ, und die beiden drehten sich eng umschlungen über die Fläche. Danach gehörte die Tanzfläche allen. Es wurde gesprungen, gelacht und gefeiert, bis der Abend kein festes Programm mehr brauchte.
Über neun Stunden, zwei Kameras, ein Tag, der sich beim Fotografieren nie wie Arbeit angefühlt hat. Ein paar Wochen später kam Post von Stefanie und Manuel, eine handgeschriebene Karte, die ich hier einfach für sich stehen lasse.
Lieber Alex, von Herzen danke, dass du unsere Hochzeit mit so viel Liebe zum Detail begleitet hast. Mit deinem Blick für die besonderen Momente hast du Erinnerungen geschaffen, die uns ein Leben lang begleiten werden. Wir sind dir unglaublich dankbar für deine tolle Arbeit und freuen uns, unseren besonderen Tag, dank deiner wunderschönen Fotos, immer wieder erleben zu dürfen!
Häufige Fragen
Team
- Traurednerin:
- Anna-Lena Stoll
- Live-Saxophon:
- Klaus Grüninger
Alexander Franzen, Hochzeitsfotograf
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