Es gibt Hochzeiten, die auf ein einziges Bild hinauslaufen, und es gibt Hochzeiten, die einen ganzen Tag brauchen, um erzählt zu werden. Die von Katharina und Ali war eine von der zweiten Sorte. Im Oktober 2023 haben die beiden im Quellhof in Lörrach-Haagen geheiratet, einem Hof im Grünen am Rand der Stadt. Ich war vom Vormittag bis in die Nacht dabei, von den ersten stillen Minuten an der leeren Tafel bis zum letzten Tanz im Nebel.
Wie läuft eine Hochzeit im Quellhof ab?
Eine Hochzeit im Quellhof beginnt für mich am Vormittag, wenn die Location noch still ist. Der Hof in Lörrach-Haagen bündelt alles auf einem Gelände. Die freie Trauung findet im Traugarten unter freiem Himmel statt, der Sektempfang auf dem Eventplatz unter einem weißen Zelt, gefeiert wird abends im Heuboden unter alten Holzbalken. Für mich als Fotograf heißt das kurze Wege und keine Hektik. Ich habe Zeit, den Tag zu lesen, statt ihm hinterherzulaufen. Die Trauung fotografiere ich aus der Distanz mit langer Brennweite, damit ich euch und euren Gästen nicht im Weg stehe. Bei Katharina und Ali kam Ende Oktober die Herbstsonne dazu, warmes und tiefes Licht, das keine Deko der Welt ersetzen kann. Am Abend arbeite ich im Heuboden ganz ohne Blitz, nur mit dem vorhandenen Licht. So bleibt die Stimmung erhalten, die im Raum wirklich war, statt sie mit hartem Aufhellen zu überschreiben.
Der Morgen, bevor die Gäste kommen
Bevor der erste Gast da ist, gehört die Location noch niemandem. Die lange Tafel im Heuboden ist gedeckt, die Stabkerzen stehen ungebrannt in ihren Messinghaltern, das Pampasgras wirft lange Schatten über das Holz. Genau diese Minuten fotografiere ich gerne zuerst. Sie zeigen die Sorgfalt, die in jedem Detail steckt, bevor die Bewegung des Tages sie überlagert. Trockenblumen, Eukalyptus, ein Palmwedel hier, eine Schneebeere dort. An diesem Tag trug alles dieselbe ruhige, warme Handschrift.
Die freie Trauung im Traugarten
Getraut wurde im Freien, unter einem goldenen Ring, in den weißes Chiffon und Trockenblumen geflochten waren. Ende Oktober ist das ein Wagnis mit dem Wetter, und an diesem Tag ging es auf. Die Sonne stand über dem Traugarten, als Katharina und Ali sich Hand in Hand gegenübersaßen und gemeinsam eine Kerze in der Laterne entzündeten.
Solche Momente fotografiere ich aus der Entfernung, mit langer Brennweite. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil die ehrlichsten Bilder dann entstehen, wenn niemand eine Kamera vor der Nase hat. Als Katharina sich mitten in der Zeremonie eine Träne wegwischte, stand ich weit genug weg, dass sie es gar nicht bemerkte. Das ist der Unterschied zwischen einem gestellten und einem echten Bild.
Apéro und die Gäste
Nach der Trauung wurde es leichter. Auf dem Eventplatz, unter dem weißen Zelt mit seinen Lichterketten, stießen die Gäste an, während Katharina und Ali sich durch Umarmungen und Glückwünsche arbeiteten. Für mich ist der Apéro die Zeit der Nebengeschichten. Die Blicke, das Lachen, die kleinen Szenen am Rand, die abends niemand mehr erzählt und die auf den Bildern trotzdem alle wiedererkennen.
Der Hund
Am Nachmittag kam der wohl wichtigste Gast auf vier Pfoten dazu. Der Rauhaardackel gehört den Eltern der Braut, und zwischen ihm und Katharina liegt eine dieser tiefen, alten Verbindungen, die man nicht erklären muss, wenn man das Bild sieht. Jemand hatte ihm ein Spitzenhalsband angezogen, das zum Kleid passte. Als sie ihn auf den Arm nahm und er die Nase an ihre Wange legte, war das einer der Momente, für die ich diesen Beruf mache. Kein Programmpunkt, keine Inszenierung. Einfach ein Hund und ein Mensch, die sich freuen.
Zu zweit vor der Kamera
Für das Paarshooting habe ich Katharina und Ali zweimal aus der Feier geholt. Einmal am Nachmittag und ein zweites Mal am frühen Abend, als das Licht golden und tief wurde. Ein guter Zeitpunkt ist beim Paarshooting die halbe Miete. Wir sind ein Stück über das Gelände gegangen, vorbei am Weidezaun, das Herbstlaub schon auf dem Weg. Zwischendurch ein Kuss unter dem Schleier, bei dem die Welt für einen Moment aus Gegenlicht und Stoff bestand. Solche Bilder brauchen keine Anweisung. Sie brauchen nur zwei Menschen, die sich sicher fühlen, und jemanden, der im richtigen Moment auslöst.
Abend im Heuboden
Als es dunkel wurde, zog die Feier in den Heuboden. Der erste Tanz fand im Trockeneisnebel statt, die Gäste im Kreis mit kleinen Lichtern in der Hand, und Ali neigte Katharina in einer Bewegung nach hinten, die alle im Raum kurz den Atem anhalten ließ.
Hier arbeite ich ganz ohne Blitz. Ein aufgesetztes Blitzlicht hätte den Nebel plattgedrückt und die warme Stimmung mit hartem Weiß überschrieben. Stattdessen fotografiere ich mit offener Blende und hoher Empfindlichkeit, so wie das Auge den Raum auch gesehen hat. Später kam die Torte mit dem Schriftzug „Katharina und Ali", und der Jubel, mit dem Katharina die Faust in die Luft riss, brauchte kein einziges zusätzliches Licht.
Elf Stunden, zwei Kameras, ein Tag, der sich beim Fotografieren nie wie Arbeit angefühlt hat. Danke an Katharina und Ali, dass ich so nah dabei sein durfte.
Häufige Fragen
Alexander Franzen, Hochzeitsfotograf
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