Die Aufgabe: eine Wort-Bild-Marke für ein Museum für digitale Kunst
MFDK steht für „Museum für digitale Kunst", eine Konzeptmarke, die im Rahmen eines Studienprojekts im Grafikdesign entstand. Die Aufgabe war, für dieses Museum eine eigene Wort-Bild-Marke zu entwickeln, also ein Zeichen, das Bildbestandteil und Namen untrennbar zusammenführt. Das Haus steht für innovative Ausstellungsformate, Sonderausstellungen und thematische Veranstaltungen und richtet sich an ein breites, weltweites Publikum zwischen 14 und 55 Jahren, das ausdrücklich zur aktiven Teilnahme eingeladen ist. Zur Zielgruppe gehören kulturell und geografisch mobile Menschen und Trendsetter, die online wie offline gut vernetzt sind. Das Logo sollte auf sehr unterschiedlichen Medien funktionieren und über einen hohen Wiedererkennungswert verfügen.
Konzeption
Brainstorming, Mindmap, Zielgruppe, fünf Ideen
Erarbeitung
Drei Ideen ausgearbeitet, Farb- und Schriftwelt
Finalisierung
Finale Schwarm-Marke, Anwendung
Die Positionierung: raus aus dem typografischen Einerlei
Ein Blick auf bestehende Häuser zeigte ein klares Muster: Die Logos anderer Museen für digitale Kunst sind auffällig minimalistisch und zurückhaltend, meist aus rein typografischen Elementen aufgebaut. Genau davon wollte sich MFDK bewusst absetzen. Die Marke sollte die Vielseitigkeit, Offenheit, Modernität und Kreativität des Konzepts widerspiegeln und dabei die modernen Aspekte der digitalen Kunst mit den klassischen Elementen eines Museums verbinden. Statt sich in reine Buchstaben zurückzuziehen, sollte eine eigenständige Bildmarke entstehen, die durch Form und Farbe auffällt und im Kopf bleibt, ohne beliebig zu wirken.
- 5
- Ideen entwickelt
- 3
- ausgearbeitete Konzepte
- 2
- Leitfarben
Analyse: Brainstorming und Mindmap
Am Anfang stand ein breites Sammeln von Assoziationen. Ein ausführliches Brainstorming spannte das Feld zwischen der digitalen Welt, mit Begriffen von binär, Input und Output über Vernetzung, künstliche Intelligenz und virtuelle Realität bis zu Medien und Endgeräten, und den klassischen Werten eines Museums wie Wissen, Ausstellung und Kunst. Dazu kam eine Reihe von Tieren, die kulturell für Weisheit und Intelligenz stehen, darunter Eule, Elefant, Nashorn und Tintenfisch. Eine Mindmap ordnete all diese Stränge rund um den Begriff „Museum für digitale Kunst" und verband die Ebenen Assoziationen, Zielgruppe, Digitales und Museum zu einem Gesamtbild. So wurde sichtbar, welche Inhalte und Motive die Marke tragen könnten und in welche Richtung sich Form und Farbe entwickeln sollten.
Wenn die halbe Branche in Buchstaben verschwindet, fällt am stärksten auf, wer ein eigenes Bild findet.
Fünf Ideen, drei ausgearbeitete Wege
Aus der Analyse entstanden zunächst fünf Ideenrichtungen: eine reduzierte Darstellung von Input und Output als Kürzel „IO", eine Abstraktion von Datenfluss und Glitch, ein minimalistischer Elefant als Sinnbild für Weisheit und als Brücke zwischen klassischem Museum und digitaler Welt, eine Kombination aus Elefant und „IO", bei der der Rüssel das „O" formt, sowie die vernetzte Kommunikation als Motiv. Drei dieser Wege wurden vollständig ausgearbeitet und in Farbe durchgespielt. „Verschmelzung zweier Welten" lässt Realismus und Digitalismus als ineinandergreifende Streifen in einer Kreisform zusammenlaufen. „Kombination Elefant und IO" formt aus den Buchstaben „iO" tatsächlich einen minimalistischen Elefanten, dessen Rüssel das „O" bildet und so den digitalen Bezug mit dem Weisheitssymbol verbindet. „Vernetzte Kommunikation" schließlich übersetzt das Schwarmwissen eines Fischschwarms in eine eigene Formensprache. Jede Variante wurde als Wort- und Bildmarke und in mehreren Farbfassungen geprüft.
Das finale Logo: Schwarmwissen und vernetzte Kommunikation
Die Wahl fiel auf die dritte Idee. Die finale Wort-Bild-Marke ist eine Schwarm-Marke: Viele einzelne Elemente ordnen sich zu einer gemeinsamen, gerichteten Bewegung, so wie sich ein Fischschwarm formiert. Dieses Bild trägt die Kernbotschaft des Museums, nämlich vernetzte Kommunikation und gemeinsames, kollektives Wissen, und es tut das mit einer lebendigen Dynamik, ohne in die typografische Zurückhaltung der Mitbewerber zu verfallen. Die Marke ist in beide Richtungen ausgearbeitet, positiv in Violett auf Weiß und negativ in Gelb auf Violett, und bleibt von der großen bis zur kleinen Anwendung lesbar. Kombiniert wird die Schwarm-Bildmarke mit der klar gesetzten Wortmarke „Museum für digitale Kunst".
Die Farbwelt: Violett und Gelb nach der Harmonieregel
Das Erscheinungsbild ruht auf zwei bewusst nach der Farbharmonieregel zusammengestellten Leitfarben. Das Violett (RGB 173/63/179) steht für das Künstlerische, Kreative und Spirituelle, für Weisheit, Regeneration und ein inneres Gleichgewicht, also für die eher nachdenkliche Seite der Kunst. Das warme Gelb (RGB 255/214/79) verkörpert dagegen Intelligenz, Kommunikation, Leichtigkeit und Sonne, es bringt Offenheit und Energie ins Spiel. Gerade im Zusammenspiel erzeugen beide Töne eine starke Markenbotschaft, die zwischen Tiefe und Zugänglichkeit vermittelt. Ein dunkles Grau und Schwarz ergänzen die Palette und tragen Überschriften und Fließtexte, damit die kräftigen Leitfarben Akzent bleiben und nicht ermüden.
173 / 63 / 179
Violett
Künstlerisch, kreativ, Weisheit
255 / 214 / 79
Gelb
Intelligenz, Kommunikation, Sonne
60 / 60 / 60
Grau
Überschriften, ruhige Flächen
0 / 0 / 0
Schwarz
Fließtext, maximaler Kontrast
Die Schriftwelt: markante Wortmarke, ruhige Textschrift
Auch die Typografie ist auf die Marke abgestimmt. Für die Wortmarke wurde die Schrift „Neulis Alt SemiBold" gewählt, deren weich geschwungene Ausläufe der Schrift Charakter geben und gut zur lebendigen, fließenden Dynamik der Schwarm-Bildmarke passen, statt ihr ein starres, rein technisches Schriftbild entgegenzusetzen. Für Überschriften und Fließtexte kommt die „Greycliff CF" in den Schnitten Bold und Regular zum Einsatz, die dank ihres schlichten Aufbaus und eines guten Strichkontrasts eine hohe Lesbarkeit garantiert, sodass auch längere Texte angenehm zu lesen bleiben. Markante Wortmarke und ruhige Textschrift ergeben zusammen einen Auftritt, der zugleich einprägsam und lesefreundlich ist.
Von den Scribbles zur Anwendung
Der Weg zur finalen Marke ist in der Arbeit lückenlos dokumentiert: von zahlreichen handgezeichneten Scribbles über zwei Moodboards zur Formensprache und Typografie bis zu den drei vollständig ausgearbeiteten Logo-Ideen. Zum Schluss wurde die gewählte Marke auf eine konkrete Anwendung gebracht und auf einer zweiseitigen Visitenkarte in ihrer Positiv- und Negativfassung gezeigt, um zu belegen, dass sie im echten Einsatz trägt. So wird die ganze Kette sichtbar, von der ersten Idee bis zum fertigen, anwendbaren Zeichen.
Was gehört zu einer Wort-Bild-Marke für ein Museum?
Eine Wort-Bild-Marke für ein Museum verbindet einen Bildbestandteil mit dem Namen zu einem festen, wiedererkennbaren Zeichen. Der Weg dorthin führt über eine Analyse aus Brainstorming, Mindmap und Positionierung, über mehrere durchgespielte Logo-Ideen, eine begründete Farb- und Schriftwelt bis zur finalen Marke und ihren Anwendungen. MFDK zeigt genau diese Kette: von der Frage, wie sich ein Museum für digitale Kunst vom typografischen Einerlei abheben kann, bis zu einer eigenständigen Schwarm-Marke in Violett und Gelb, die vernetztes Wissen sichtbar macht.
Team
- Konzept, Design und Umsetzung:
- Alexander Franzen
- Marke:
- Museum für digitale Kunst (Konzeptmarke, Studienprojekt Grafikdesign)
- Visitenkarten-Mockup:
- mockups-design.com
Alexander Franzen, Grafik- und Webdesigner
Marken | Web | Print | Gestaltung
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