Manche Bilder fangen mit einem Satz an. Bei diesem war es der Gedanke, wie sich wohl ein Kopf voller Gedanken anfühlt, wenn man ihn sichtbar macht. Aus der Idee wurde ein Portrait, bei dem eine echte Wolke das Gesicht verdeckt. Kein Composite aus Photoshop, sondern etwas, das man anfassen kann, gebaut aus ein paar Materialien aus dem Bastelladen.
Die Idee: den Kopf zur Wolke machen
Ziel war ein ruhiges, grafisches Bild vor hellem Hintergrund, bei dem die Wolke klar als Form steht und trotzdem leicht und luftig wirkt. Wichtig war mir, dass die Wolke wirklich vor dem Gesicht sitzt und nicht nachträglich hineinmontiert ist. Das gibt echten Schattenwurf, echte Tiefe und diese kleinen Unregelmäßigkeiten, die eine gebastelte Wolke lebendig machen. Der Mund bleibt bewusst frei, damit ein Rest Mensch sichtbar bleibt.
Was du für die Wolken-Maske brauchst
Das eigentliche Wolkenmaterial ist Füllwatte, auch als Bastelwatte bekannt. Sie lässt sich auseinanderzupfen und zu lockeren, dichten Büscheln formen, die im Licht genau wie eine Wolke aussehen.
Als unsichtbare Basis dient ein schlichter Haarreif. Er hält die Konstruktion am Kopf, ohne dass man später eine Halterung sieht.
Etwas Basteldraht gibt der Wolke ihr Gerüst: damit biegt man die grobe Form vor und schafft die Fläche, auf der die Watte hält.
Schritt für Schritt: die Wolken-Maske bauen
Haarreif als Basis
Ein schlichter Haarreif wird zur unsichtbaren Halterung für die Wolke.
Drahtgerüst formen
Mit Basteldraht ein leichtes Gerüst biegen, das die Wolkenform vorgibt und vor dem Gesicht sitzt.
Bastelwatte aufzupfen
Die Füllwatte in Büscheln aufzupfen und locker um das Gerüst legen, bis eine dichte, luftige Wolke entsteht.
Form und Dichte prüfen
Konturen zupfen, Lücken schließen, das Gewicht niedrig halten, damit die Wolke beim Tragen sitzt.
Aufsetzen und auslösen
Haarreif aufsetzen, die Wolke vor dem Gesicht ausrichten, den Mund frei lassen und fotografieren.
Im Studio: Licht und Auslösen
Für das Bild reicht ein einfacher Aufbau. Ein heller, gleichmäßig ausgeleuchteter Hintergrund nimmt der Szene alles Dramatische und lässt die Wolke als klare Form stehen. Das Licht kommt weich von vorne, damit die Watte Struktur bekommt, ohne harte Schatten zu werfen. Annette hat den Kopf leicht gehoben, sodass die Wolke natürlich vor dem Gesicht liegt und der Mund sichtbar bleibt. Ein paar Aufnahmen mit minimal veränderter Kopfhaltung geben später die Freiheit, die stimmigste Form zu wählen.
Am Ende lebt das Bild von der Balance zwischen sauberem Handwerk und dem bewusst Ungeplanten. Die Watte formt sich bei jedem Auslösen ein wenig anders, und genau diese Zufälle machen die Wolke echt. Wer mag, variiert Farbe und Menge des Materials und bekommt vom zarten Schleier bis zur dichten Gewitterwolke ganz unterschiedliche Stimmungen.
Häufige Fragen
Das Wolken-Bild ist Teil einer größeren Editorial-Serie. Die ganze Portraitserie mit Annette gibt es im Portfolio.
Lust auf ein eigenes Konzept-Portrait?
Ob Wolke, Blumen oder eine ganz andere Idee: erzähl mir, was dir vorschwebt, und wir setzen es im Studio um.
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