Regen, Flutlicht und ein Tabellenletzter mit Hunger
Der Herbst zeigte sich in Aarau von seiner grauen Seite. Schon beim Aufwärmen fiel feiner Regen auf den Kunstrasen der Sportanlage Schachen, und als um 17 Uhr angepfiffen wurde, hingen die Wolken tief über der Stadt. 170 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Partie, die im Verlauf des Spiels unter Flutlicht wechselte. Die FC Aarau Frauen, die unter dem Namen Red Boots auflaufen, gingen als Tabellenletzte in das Spiel. Seit dem 1. Juni steht Eduardo Barrera an ihrer Seitenlinie, der laut Verein zuvor den FC Baden trainiert hatte. Auf der anderen Seite führte Trainerin Danique Stein die Frauen des FC Basel 1893 an, die in Gelb aufliefen, während die Gastgeberinnen in Rot spielten.

Ein abgefälschter Schuss bringt die Führung
Beide Teams tasteten sich in der ersten Halbzeit vorsichtig ab, viele Duelle wurden im Mittelfeld ausgetragen. Die FC Aarau Frauen standen kompakt und machten die Räume eng, der FC Basel 1893 suchte über die Außenbahnen den Weg nach vorne. In der 18. Minute fiel das erste Tor: Nach einem Eckball, den die Basler Abwehr laut Spielbericht des FC Basel 1893 nur ungenügend klärte, zog Michelle Stierli ab, und ihr abgefälschter Schuss landete im Netz. Für die Verteidigerin war es der erste Saisontreffer. Danach drängten die Gäste in mehreren Phasen auf den Ausgleich, spielten ihre Angriffe im letzten Drittel aber selten sauber zu Ende. Und wenn es doch gefährlich wurde, stand Jara Ackermann im Weg: Einen wuchtigen Basler Kopfball lenkte die Aarauer Torhüterin mit einer starken Parade um den Pfosten. So gingen die Gastgeberinnen mit einer 1:0-Führung in die Kabine, und am Spielfeldrand wuchs die Hoffnung auf den ersten Sieg.

Nach der Pause wird Aarau stärker
Danique Stein reagierte zur Pause und brachte mit Julia Matuschewski und Alice Berti zwei frische Kräfte für die Offensive. Doch es waren die Gastgeberinnen, die nach dem Seitenwechsel das Spiel in die Hand nahmen. Die FC Aarau Frauen erspielten sich nun Chance um Chance, und selbst der FC Basel 1893 räumte in seinem Spielbericht ein, dass die Baslerinnen froh sein konnten, nicht noch mehr Gegentore zu kassieren. In der 65. Minute war es so weit: Aida Ragusa spielte Tabea Schütt frei, und die Mittelfeldspielerin traf mit rechts zum 2:0. Laut soccerdonna war es bereits ihr dritter Saisontreffer. Am Spielfeldrand wurde es nun spürbar lauter.

Anschlusstreffer und Erlösung in der 89. Minute
Der FC Basel 1893 gab sich noch nicht geschlagen. In der 72. Minute bediente Alice Berti die eingewechselte Julia Matuschewski, die mit links zum 2:1 verkürzte und die Partie noch einmal öffnete. Es folgten nervöse Minuten, in denen die Gäste erneut auf den Ausgleich drängten. Rund um den Strafraum fehlte dem FC Basel 1893 aber die letzte Präzision, und mehrere gute Gelegenheiten blieben ungenutzt, während die Gastgeberinnen jeden Ball leidenschaftlich verteidigten. Eduardo Barrera brachte in der Schlussphase mit Nathalie Widmer und Xenia Truninger frische Beine. Die Entscheidung fiel kurz vor dem Ende: In der 89. Minute staubte Widmer, erst drei Minuten zuvor eingewechselt, zum 3:1 ab. Basels Torhüterin Selina Wölfle lag geschlagen am Boden, und auf der Aarauer Bank brach Jubel aus.

Auch auf Basler Seite gab es nach dem Schlusspfiff wenig zu deuteln. Im Spielbericht des FC Basel 1893 heißt es:
„Über das gesamte Spiel gesehen haben die Aarauerinnen verdient gewonnen.“
Einordnung
Mit dem Sieg holten die FC Aarau Frauen ihre ersten drei Punkte der Saison. In der Tabelle von Blick stehen sie nach neun Spieltagen mit vier Punkten zwar weiterhin auf dem letzten Platz, doch der Bann ist gebrochen. Der FC Basel 1893 kassierte laut Keystone-SDA seine dritte Saisonniederlage und liegt mit zwölf Punkten auf Rang fünf. Viel Zeit zum Verarbeiten bleibt beiden Teams nicht: Bereits eine Woche später, am 24. Oktober, treffen sie im Schweizer Cup erneut auf dem Schachen aufeinander.
Die Red Boots waren bereits im Januar vor der Kamera, beim Testspiel gegen den SC Freiburg U20 in der Wintervorbereitung. In der laufenden Saison der AXA Women’s Super League entstanden zudem Reportagen vom 6:0 der GC Frauen gegen den FC Rapperswil-Jona und vom 1:1 der YB Frauen gegen Yverdon Sport.
Häufige Fragen
Quellen
Caspar, M. (2026, 19. Oktober). Bittere Niederlage gegen den Tabellenletzten aus Aarau. FC Basel 1893. fcb.ch.
https://fcb.ch/pages/news/spielbericht-fc-aarau-frauen-fcb-frauen-17102026
soccerdonna. (2026). Spielbericht FC Aarau Frauen gegen FC Basel 1893, 17.10.2026, Women’s Super League. soccerdonna.de.
https://www.soccerdonna.de/de/fc-aarau-frauen-fc-basel-1893/index/spielbericht_167526.html
Bigler, M. (2026, 17. Oktober). YB-Frauen schlagen GC spät, Aarau mit erstem Saisonsieg. Blick. blick.ch.
https://www.blick.ch/sport/fussball/frauen-fussball/womens-super-league/yb-frauen-schlagen-gc-spaet-aarau-mit-erstem-saisonsieg/dbppd33
Keystone-SDA. (2026, 19. Oktober). Aarau feiert ersten Sieg, Lehmann verschiesst Penalty. blue News. bluewin.ch.
https://www.bluewin.ch/de/sport/fussball/aarau-feiert-ersten-sieg-lehmann-verschiesst-penalty-li.3640805
Stamm, S. (2026, 13. Mai). Neuer AWSL-Trainer Eduardo „Eddie“ Barrera. FC Aarau Frauen. fcaaraufrauen.ch.
https://www.fcaaraufrauen.ch/post/neuer-awsl-trainer-eduardo-edi-barrera
Bilder vom Spiel
Die Galerie begleitet den Nachmittag auf dem Schachen vom leeren Platz im Regen über das Aufwärmen bis zum Jubel unter Flutlicht. Die FC Aarau Frauen spielten in Rot, der FC Basel 1893 in Gelb. Neben den Zweikämpfen auf dem Kunstrasen zeigen die Bilder auch die Trainerinnen und Trainer an der Seitenlinie und die Freude nach dem Schlusspfiff. Alle Bilder der Galerie sind im Auftrag von Sports Press Photo entstanden.
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