Revanche auf demselben Rasen
Die Ausgangslage hätte kaum direkter sein können. Erst sieben Tage zuvor hatten die FC Aarau Frauen den FC Basel 1893 in der Liga mit 3:1 bezwungen und damit ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Nun trafen sich beide Teams am selben Ort und zur selben Uhrzeit wieder, diesmal im Achtelfinal des AXA Women’s Cup. Bei einem K.-o.-Spiel zählt kein Punkt, nur das Weiterkommen. Das Team von Eduardo Barrera ging mit dem Rückenwind des Ligasiegs in die Partie, die Gäste von Trainerin Danique Stein mit dem Wunsch nach Wiedergutmachung.
Wie groß der Druck auf Basler Seite war, zeigte schon der Blick auf die Liga. Die bz Basel zählte vor dem Spiel fünf Ligapartien ohne Sieg in Folge. Danique Stein gab sich im Vorbericht des FC Basel 1893 trotzdem kämpferisch und lobte den Teamgeist ihrer Mannschaft. Ihr Ziel für den Nachmittag formulierte sie unmissverständlich:
„Wir wollen den Knoten lösen und unbedingt eine Runde weiterkommen.“
Vor dem Anpfiff gab es noch eine Besonderheit. Das Spiel stand im Zeichen der „Week of the Referee“, mit der der Schweizerische Fussballverband laut FC Basel 1893 mehr Respekt für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter wecken will. Deshalb liefen die beiden Teams zuerst allein auf den Platz. Das Schiedsrichtergespann folgte erst danach und wurde von den Spielerinnen mit Applaus empfangen. Auf der Anlage hatten sich knapp 200 Zuschauerinnen und Zuschauer eingefunden, die Bäume rund um den Schachen leuchteten herbstlich.

Offener Schlagabtausch bis zur Pause
Von Beginn an war es ein Spiel ohne Abtasten. Beide Teams suchten früh den Weg nach vorne, im Mittelfeld wurde um jeden Ball hart gerungen, und mehr als einmal blieb eine Spielerin nach einem Zweikampf am Boden liegen. Nach 17 Minuten jubelten zuerst die Gastgeberinnen: Aida Ragusa brachte die FC Aarau Frauen in Führung. Der FC Basel 1893 brauchte eine Weile, fand aber noch vor der Pause eine Antwort. In der 36. Minute nutzte Julia Matuschewski einen kurzen Moment der Unachtsamkeit in der Aarauer Hintermannschaft und schlenzte den Ball zum Ausgleich ins Eck. Sieben Minuten später war sie erneut zur Stelle, diesmal nach einem Zuspiel von Fabia Reinschmidt allein vor Ackermann. Mit 2:1 für die Gäste ging es in die Kabinen.



90 Sekunden nach Wiederanpfiff ist alles offen
Lange hielt der Vorsprung nicht. Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, stand es schon wieder unentschieden. Nach Darstellung der Basler Zeitung geriet ein Rückpass von Lena Göppel zu kurz, Tabea Schütt ging dazwischen und traf zum 2:2. Für Schütt war es nach ihrem Tor im Ligaspiel bereits der zweite Treffer gegen den FC Basel 1893 innerhalb einer Woche. Danach wogte das Spiel hin und her. Die FC Aarau Frauen hielten mit viel Laufarbeit dagegen, die Baslerinnen hatten mehr Ballbesitz, kamen aber nur selten sauber durch.


Zehn Minuten Kontrolle, dann ein Schlenzer
In der 76. Minute ging der FC Basel 1893 zum dritten Mal in Führung. Bei einem Klärungsversuch prallten Torhüterin Jara Ackermann und Verteidigerin Rebecca Storr zusammen, und die eingewechselte Alisa Arthur musste nur noch zum 3:2 einschieben. Danach sah es rund zehn Minuten so aus, als hätten die Gäste das Spiel im Griff. Sie ließen den Ball laufen, nahmen Tempo heraus und hatten in der 79. Minute sogar die Chance auf das 4:2. Doch die FC Aarau Frauen gaben sich nicht auf. In der 85. Minute nahm Eriona Elezi aus rund 16 Metern Maß und schlenzte den Ball ins Tor, Selina Wölfle streckte sich vergeblich. Der Schachen stand Kopf, und plötzlich deutete alles auf eine Verlängerung hin.

Ein Eckball entscheidet den Abend
Die Verlängerung kam nicht. In der 90. Minute bekam der FC Basel 1893 noch einen Eckball zugesprochen, und Jacqueline Hand brachte ihn scharf in den Strafraum. Jara Ackermann kam aus ihrem Tor, doch Lena Göppel war vor ihr am Ball und köpfte zum 4:3 ein. Ausgerechnet die Verteidigerin, deren zu kurzer Rückpass kurz nach der Pause das 2:2 eingeleitet hatte, schoss ihr Team damit in den Viertelfinal. Auf der Basler Bank sprangen Ersatzspielerinnen und Staff gleichzeitig auf und fielen sich in die Arme. Die FC Aarau Frauen fanden in den verbleibenden Minuten keine Antwort mehr. Und Danique Stein? Der Basler Trainerin war anzusehen, wie viel Last mit diesem Kopfball von ihr abfiel. Nach Wochen voller Rückschläge konnte sie an der Seitenlinie endlich tief durchatmen.

Einordnung
Für den FC Basel 1893 war der Sieg mehr als ein Weiterkommen. Nach Wochen ohne Erfolgserlebnis in der Liga und der Niederlage auf demselben Platz sieben Tage zuvor gelang die Revanche, wenn auch denkbar knapp. Die Basler Zeitung wertete das Ergebnis als die erhoffte Reaktion, zumindest im Cup. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht: Am Freitag, 30. Oktober, wartet in der Liga der Klassiker gegen den FC Zürich im St. Jakob-Park. Die FC Aarau Frauen schieden zwar aus, zeigten aber erneut, dass sie dem FC Basel 1893 auf dem Schachen auf Augenhöhe begegnen können. Dreimal gerieten sie in Rückstand, zweimal kamen sie zurück. Für die Red Boots geht es am Samstag, 31. Oktober 2026, mit dem Auswärtsspiel beim FC Luzern weiter.
Die Red Boots begleite ich in dieser Saison nicht zum ersten Mal. Schon im Januar entstanden Bilder beim Testspiel gegen den SC Freiburg U20, eine Woche vor dem Cup-Duell beim 3:1-Ligasieg gegen denselben Gegner. Ebenfalls im Auftrag von DP Media entstand die Reportage vom 1:1 der YB Frauen gegen Yverdon Sport.
Häufige Fragen
Quellen
Tribelhorn, S. (2026, 24. Oktober). Lena Göppel köpft den FC Basel in letzter Minute in den Viertelfinal. Basler Zeitung. bazonline.ch.
https://www.bazonline.ch/fc-basel-goeppel-koepft-fcb-frauen-in-den-viertelfinal-121861670835
Schmöller, Y. (2026, 23. Oktober). Revanche gegen die FC Aarau Frauen im Schweizer Cup. FC Basel 1893. fcb.ch.
https://fcb.ch/pages/news/revanche-gegen-die-fc-aarau-frauen-im-schweizer-cup
Grassl, N. (2026, 24. Oktober). Basel hat diesmal das letzte Wort und steht im Cup-Viertelfinal. bz Basel. bzbasel.ch.
https://www.bzbasel.ch/sport/fc-basel/basel-hat-diesmal-das-letzte-wort-und-steht-im-cup-viertelfinal-ld.4255305
Schweizerischer Fussballverband. (2026). Matchtelegramm FC Aarau Frauen gegen FC Basel 1893, AXA Women’s Cup, Achtelfinal. awsl.ch.
https://www.awsl.ch/axa-womens-super-league/awsl-play/telegramm.aspx/v-1315255/t-/sg-/ls-/tg-4407297/
kicker. (2026). FC Aarau gegen FC Basel 3:4, Schweizer Pokal der Frauen, Achtelfinale. kicker.de.
https://www.kicker.de/aarau-gegen-fc-basel-2026-schweizer-pokal-frauen-5270116/ergebnis
Bilder vom Spiel
Die Galerie folgt dem Nachmittag auf dem Schachen vom Aufwärmen im Herbstlicht bis zum Jubel der Baslerinnen mit ihren Fans unter Flutlicht. Die FC Aarau Frauen spielten in Rot, der FC Basel 1893 in hellem Gelb. Zu sehen sind die harten Duelle im Mittelfeld, die Torjubel beider Teams und die Momente an der Seitenlinie. Alle Bilder dieser Reportage sind im Auftrag von DP Media entstanden.
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