Ein Abend mit zwei Spielen
Der Samstagabend im Letzigrund war als Doppelspieltag angelegt. Um 18 Uhr spielten die GC Männer gegen den FC Vaduz, um 20:30 Uhr folgten die Frauen gegen Yverdon Sport Women. Mit einem Ticket ließen sich laut Vorschau von GC Frauenfussball beide Partien besuchen, für das Frauenspiel blieb allerdings nur die Haupttribüne geöffnet. So leuchteten die übrigen Ränge unter dem Flutlicht in leerem Rot, während sich auf der Haupttribüne die Fans sammelten. Zürich lag schon im Dunkeln, als die Mannschaften zum Aufwärmen kamen. GC wollte mit einem Sieg in der Tabelle nach oben klettern. Yverdon reiste als Aufsteiger an, der den YB Frauen im September im Wankdorf ein 1:1 abgetrotzt hatte.

Schiedsrichterin Laura Mauricio führte mit ihren Assistenten die Teams auf den Platz, die Spielerinnen liefen gemeinsam mit den Einlaufkindern ein. Danach gab es einen besonderen Moment: Vor den aufgereihten Spielerinnen und Kindern wurde Lauryn Reuber auf dem Rasen geehrt, mit Blumen und einem gerahmten Trikot mit der Nummer 17, auf dem in großen Buchstaben „Danke“ stand. GC Frauenfussball spielte in Weiß und Blau, Yverdon Sport Women ganz in Schwarz. Trainerin Laura Vetterlein verfolgte die letzten Minuten vor dem Anstoß mit Mütze und verschränkten Armen. Ruhig sollte es an diesem Abend nicht mehr werden.

Zwei Ecken, zwei Gegentore
GC begann druckvoll und hätte früh in Führung gehen können. Die Chancen waren da, doch keine landete im Tor. Dann folgte der erste Eckball für Yverdon, getreten von Sandrine Gaillard-Mauron, und Andrea Maddalen Sierra Larrauri traf in der 9. Minute zum 0:1. Die Gäste feierten in einer dichten schwarzen Traube. GC antwortete mit einer weiteren Drangphase und schnürte Yverdon phasenweise in der eigenen Hälfte ein. Doch wieder schlug der Außenseiter zu, wieder nach einer Ecke: In der 25. Minute erhöhte Léane Fontaine auf 0:2, so berichtet es auch der Tages-Anzeiger. Zwei Standards, zwei Tore, und GC stand mit leeren Händen da.


Wortgefechte auf dem Rasen und an der Linie
Mit den Toren stieg die Temperatur. Nach einer knappen Viertelstunde gerieten Dalila Belén Ippolito von GC und Inès Khiri von Yverdon lautstark aneinander, Nummer 90 gegen Nummer 9, Gesicht an Gesicht. Es sollte nicht ihr letztes Duell bleiben. An der Seitenlinie wurde Arnaud Vialatte, der Trainer der Gäste, immer wieder laut. Schiedsrichterin Laura Mauricio musste ihn mehrfach zurechtweisen und kam dafür bis an die Seitenlinie. Auch auf GC-Seite kochten die Emotionen: Ella Ljuština sah nach einer Diskussion die Gelbe Karte. Jeder Zweikampf wurde an diesem Abend mit voller Härte geführt, jede Entscheidung kommentiert.

Rudelbildung und ein Traumtor
Der Anschlusstreffer lag in der Luft, und er war verdient. In der 36. Minute zog Morgane Nicoli aus der Distanz ab, laut Tages-Anzeiger aus rund 30 Metern, und traf zum 1:2. Kurz vor der Pause eskalierte die Stimmung dann endgültig. Nach einem Foul liefen Spielerinnen beider Teams zusammen, es wurde geschubst, gestikuliert und geschrien. Laura Mauricio stand mittendrin und brauchte eine ganze Weile, bis sich die Lage beruhigte. Am Ende zeigte sie Marta Cazalla von GC und Ilona Guede Redondo von Yverdon jeweils die Gelbe Karte. Mit 1:2 ging es in die Kabinen, und alle im Stadion wussten, dass dieses Spiel noch nicht entschieden war.

Die zweite Halbzeit gehört GC
Nach dem Seitenwechsel spielte fast nur noch GC. Die Zürcherinnen ließen den Ball laufen, schoben die Linien weit nach vorne und drängten Yverdon tief in die eigene Hälfte. Die Gäste konnten sich nur noch selten befreien, Gegenangriffe blieben die Ausnahme. In der 70. Minute führte wieder ein Eckball zum Tor, diesmal auf der anderen Seite: Auf Vorlage von Ella Ljuština köpfte Marta Cazalla zum 2:2 ein. Nur drei Minuten später, in der 73. Minute, sah Inès Khiri ihre zweite Gelbe Karte und musste vom Platz. In Unterzahl wurde es für Yverdon noch schwerer, das Spiel lief nur noch in eine Richtung. Die Frage war nicht mehr, ob GC zum Siegtor kommt, sondern wann.
Wo es an diesem Abend knisterte
Ermahnung an der Seitenlinie
Laura Mauricio ruft Yverdon-Trainer Arnaud Vialatte zur Ordnung. Es blieb nicht das einzige Mal.
Gelb für Ella Ljuština
Nach einer Diskussion sieht die spätere Matchwinnerin selbst die Gelbe Karte.
Rudelbildung
Nach einem Foul laufen Spielerinnen beider Teams zusammen, Laura Mauricio steht mittendrin.
Gelb auf beiden Seiten
Marta Cazalla und Ilona Guede Redondo werden nach der Rudelbildung verwarnt.
Diskussion um Inès Khiri
Qendresa Krasniqi redet auf die Schiedsrichterin ein, Inès Khiri liegt am Boden.
Gelb-Rot für Inès Khiri
Die Nummer 9 von Yverdon muss vom Platz, danach läuft das Spiel nur noch in eine Richtung.
Ljuština setzt den Schlusspunkt
Die Entscheidung fiel zehn Minuten nach dem Ausgleich. Nach einem Gestocher im Strafraum von Yverdon war Ella Ljuština zur Stelle und schob den Ball laut Tages-Anzeiger über die Linie. Ausgerechnet die Spielerin, die in der ersten Halbzeit selbst Gelb gesehen hatte, war damit an beiden Toren der zweiten Halbzeit beteiligt und die Spielerin des Abends. Yverdon warf in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorne, Audrey Remy brachte Eckbälle und Freistöße in den Strafraum. Doch GC verteidigte den Vorsprung sicher bis zum Schlusspfiff.


Einordnung
Mit dem Sieg zieht GC Frauenfussball in der Tabelle am FC Zürich vorbei auf Rang drei, wie der Tages-Anzeiger festhält. Die FCZ-Frauen hatten am Vorabend in Basel verloren. Bemerkenswert ist vor allem die Art des Sieges. Zweimal ließ sich GC nach Standards überraschen, verlor aber nie den Faden und blieb trotz aller Nickligkeiten bei seinem Spiel. Yverdon Sport Women zeigte erneut, wie unangenehm der Aufsteiger sein kann, bezahlte aber für die vielen Emotionen mit der Gelb-Roten Karte. Schon das Hinspiel in Yverdon Ende August hatte GC laut kicker mit 2:1 knapp gewonnen. Weiter geht es für die Zürcherinnen am Sonntag, 8. November 2026, um 14 Uhr mit dem Heimspiel gegen den FC St. Gallen 1879 im Letzigrund.
Für GC Frauenfussball war ich in dieser Saison schon beim 6:0 gegen den FC Rapperswil-Jona im Letzigrund. Yverdon Sport Women habe ich im September beim 1:1 im Wankdorf gegen die YB Frauen fotografiert, ebenfalls im Auftrag von DP Media. Wie eng es in diesem Herbst im Schweizer Frauenfußball zugeht, zeigte auch das Cup-Achtelfinal zwischen den FC Aarau Frauen und dem FC Basel 1893.
Häufige Fragen
Quellen
Hunziker, A. (2026, 31. Oktober). 0:2-Rückstand, dann Aufholjagd: GC-Frauen drehen das Spiel gegen Yverdon noch. Tages-Anzeiger. tagesanzeiger.ch.
https://www.tagesanzeiger.ch/gc-dreht-0-2-rueckstand-ljustina-trifft-zum-3-2-gegen-yverdon-696625312891
GC Frauenfussball. (2026, 31. Oktober). GC Frauenfussball dreht Partie gegen Yverdon und gewinnt mit 3:2. gcfrauenfussball.ch.
https://www.gcfrauenfussball.ch/1-team/matchcenter/detail/1047/#tab-game-2
GC Frauenfussball. (2026). Zwei Spiele, ein Abend: GC Zürich lädt zum Doppelspieltag. gcfrauenfussball.ch.
https://www.gcfrauenfussball.ch/news/artikel/185/zwei-spiele-ein-abend-gc-zuerich-laedt-zum-doppelspieltag-1/
kicker. (2026). Grasshopper Club Zürich gegen Yverdon Sport: Direktvergleich. kicker.de.
https://www.kicker.de/grasshopper-club-zuerich-frauen-gegen-fc-yverdon-feminin-frauen
Bilder vom Spiel
Die Galerie folgt dem Abend im Letzigrund vom offiziellen Matchball und dem Einlaufen der Teams bis zu den letzten Eckbällen von Yverdon. GC Frauenfussball spielte in Weiß und Blau, Yverdon Sport Women in Schwarz. Zu sehen sind die harten Duelle, die Wortgefechte zwischen den Spielerinnen und die Momente an der Seitenlinie. Alle Bilder dieser Reportage sind im Auftrag von DP Media entstanden.
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