Saisonstart vor eigenem Publikum
Der erste Spieltag der neuen NLA-Saison brachte dem VC Kanti Schaffhausen ein Heimspiel und damit die Gelegenheit, sich nach dem Sommer gleich vor den eigenen Fans zu zeigen. 623 Zuschauerinnen und Zuschauer fanden an diesem Sonntagnachmittag den Weg in die BBC Arena, wo die Gastgeberinnen mit Kindern an ihrer Seite vorgestellt wurden. Bei den Schaffhauserinnen führte Cheftrainer Nicki Neubauer ein Team an, das in der vergangenen Saison bis ins Playoff-Finale vorgestoßen war. Raiffeisen Volley Toggenburg reiste unter der Leitung von Eraldo Buonavita an, der die Mannschaft aus Wattwil in dieser Saison übernommen hat. Die Rollen schienen damit vor dem ersten Aufschlag klar verteilt. Wie deutlich sich das auf dem Feld niederschlagen würde, war die eigentliche Frage des Nachmittags.

Druck vom ersten Ball an
Vom ersten Ballwechsel an diktierte der VC Kanti Schaffhausen das Tempo. Mit konsequenten Aufschlägen brachten die Schaffhauserinnen die Toggenburger Annahme früh in Bedrängnis und setzten sich bis zur ersten technischen Auszeit auf 8:2 ab. Was die Gäste dennoch über das Netz brachten, landete häufig im Block oder wurde in der Abwehr entschärft. Vor allem Mia Soerensen fand im Angriff immer wieder die Lücke und war am Netz kaum zu kontrollieren. Über 16:9 und 21:10 zogen die Gastgeberinnen davon, ohne dass Raiffeisen Volley Toggenburg eine echte Serie gelang. Mit 25:16 ging der erste Satz nach 23 Minuten an das Heimteam.

Toggenburg kommt heran, Kanti zieht wieder davon
Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein ausgeglicheneres Spiel mit längeren Ballwechseln. Raiffeisen Volley Toggenburg kam nun besser in die Annahme und blieb im Angriff seltener am Schaffhauser Block hängen, der in diesem Satz nur noch zwei Punkte erzielte. Vor allem Maia Rackel suchte immer wieder den Abschluss. Nach einem frühen 8:3 für den VC Kanti Schaffhausen verkürzten die Gäste Punkt um Punkt und lagen beim Zwischenstand von 16:12 nur noch vier Zähler zurück. Zum ersten Mal an diesem Nachmittag wirkte die Partie offen. Die Schaffhauserinnen antworteten jedoch mit einer Serie, punkteten wieder über Mitte und Außen und profitierten zugleich von Toggenburger Eigenfehlern, die ihnen laut Matchbericht in diesem Satz sieben Punkte einbrachten. Aus dem knappen Vorsprung wurde rasch ein 21:13, und mit 25:17 stand nach 24 Minuten die 2:0-Satzführung fest.

Spätes Aufbäumen der Gäste
Auch der dritte Satz begann ganz im Sinne der Gastgeberinnen. Beim 8:2 musste Raiffeisen Volley Toggenburg erneut einem großen Rückstand hinterherlaufen, zumal die Schaffhauserinnen nun auch im Aufschlag trafen und in diesem Durchgang vier ihrer sieben Asse erzielten. Die Annahme der Gäste geriet dadurch immer wieder ins Wanken, und der VC Kanti Schaffhausen enteilte bis auf 21:7. Doch gerade als die Partie entschieden schien, zeigte das Team von Eraldo Buonavita seine hartnäckigste Phase. Die Toggenburgerinnen holten sieben der folgenden elf Punkte, und auf den Rängen wurde es noch einmal lauter. Am Ausgang änderte das nichts mehr: Die Schaffhauserinnen verwandelten zum 25:14 und brachten den Sieg nach insgesamt 70 Minuten ohne Satzverlust ins Ziel.

Buonavita selbst zog nach seinem ersten NLA-Spiel mit Toggenburg eine gemischte Bilanz. Gegenüber der Vereinswebsite von Volley Toggenburg sagte er:
„Wir wollten heute den ersten Satzgewinn in der Geschichte von Toggenburg hier in der NLA in Schaffhausen nach Hause holen. Das haben wir nicht erreicht, aber wir konnten phasenweise auch zeigen, zu was wir fähig sind.“
Einordnung
Die Zahlen des offiziellen Matchberichts unterstreichen, wie klar die Kräfteverhältnisse an diesem Nachmittag verteilt waren. Der VC Kanti Schaffhausen verwertete 48 Prozent seiner Angriffe, Raiffeisen Volley Toggenburg kam auf 29 Prozent. Auch im Block (8:5) und bei den direkten Aufschlagpunkten (7:4) lagen die Gastgeberinnen vorn, wobei Wanda Herzog allein vier Asse beisteuerte. Herausragend war Mia Soerensen mit 19 Punkten, davon 15 im Angriff bei einer Erfolgsquote von 65 Prozent sowie vier Blockpunkten. Auf Toggenburger Seite hielt Maia Rackel mit 16 Punkten dagegen und war damit die auffälligste Spielerin der Gäste. Nach dem Schlusspfiff wurden Emma Werkmeister und Maia Rackel als beste Spielerinnen ihrer Teams mit Blumen geehrt.
Für den VC Kanti Schaffhausen war es ein Saisonstart nach Maß. Nach dem ersten Spieltag teilt sich das Team laut der Rangliste von Swiss Volley die Tabellenspitze mit Viteos NUC, gegen das es im vergangenen Frühjahr im Playoff-Finale gestanden hatte. Den Weg dorthin hatten sich die Schaffhauserinnen in einem packenden fünften Halbfinalspiel gegen Sm’Aesch Pfeffingen geebnet. Raiffeisen Volley Toggenburg dagegen wartet weiter auf den ersten Satzgewinn in Schaffhausen. Laut Vereinsangaben empfangen die Toggenburgerinnen am 18. Oktober den BTV Aarau zu ihrem ersten Heimspiel der Saison.

Häufige Fragen
Quellen
Swiss Volley. (2026, 11. Oktober). Spieldetails VC Kanti Schaffhausen vs. Raiffeisen Volley Toggenburg: Matchbericht und Rangliste (Spiel 400970). volleyball.ch.
https://www.volleyball.ch/de/game-center/game/400970
Joos, D. (2026, 12. Oktober). Keine Überraschung für Toggenburg. Raiffeisen Volley Toggenburg. volleytoggenburg.ch.
https://volleytoggenburg.ch/keine-ueberraschung-fuer-toggenburg/
Bilder vom Spiel
Die Galerie begleitet den Nachmittag in der BBC Arena von der Vorstellung der Teams über die Duelle am Netz bis zur Ehrung der besten Spielerinnen. Der VC Kanti Schaffhausen spielte in Rot, Raiffeisen Volley Toggenburg in Schwarz-Violett, die Liberas beider Teams in Türkis. Neben den Angriffen und Blockaktionen zeigen die Bilder auch die Momente dazwischen: Auszeiten, Jubel und konzentrierte Gesichter vor dem nächsten Aufschlag. Die vollständige Bildserie des Spiels ist zudem im Bildshop erhältlich.
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